Schneller, früher, flexibler, das gilt auch für den Musikjournalismus. Was nicht bedeutet, dass der gedruckte Text ein Auslaufmodell ist. Im Gegenteil: Gerade jetzt, in diesem Overkill an (oft zweifelhaften bis verzichtbaren) Informationen braucht es die Vertiefung, Analyse und faktenbasierte Abwägung eines klassischen Artikels. Print bleibt der Anker.
Und doch werden andere Informationswege wichtiger, attraktiver, zeitgemäßer. Deshalb habe ich seit einigen Jahren einen Youtube-Kanal. Was dort zu sehen ist? Unmittelbar nach Opernpremieren oder nach wichtigen Konzerten, maximal eine halbe Stunde nach dem letzten Ton, gibt es dort „Eine kleine Nachtkritik“. Das sind Videos zwischen zwei und vier Minuten mit meinen ersten Eindrücken. Spontan, direkt und, wie immer in der Kritik, primär subjektiv. Diese Videos ersetzen nicht den geschriebenen, getippten Text. Den gibt es dann zwei Tage später.